MIT DEM LEBEN DAVONGEKOMMEN
"Exil und Neuanfang – bayerisch-jüdische Lebenswege”
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 setzte die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein. Aus der Gesellschaft gedrängt, stellte sich für viele die Frage: Wohin gehen und wie neu anfangen?
Der Journalist Thomas Muggenthaler spürt seit Mitte der 1980er Jahre bayerisch-jüdischen Schicksalen nach. Er führte Gespräche mit Emigranten in Israel, den USA und Argentinien, aber auch mit Shoah-Überlebenden, die nach ihrer Befreiung jüdisches Leben in Bayern wieder aufbauten. Facettenreich erzählen ihre Geschichten von den Schwierigkeiten der Emigration, von Verlusten, von Brüchen in der Biografie, aber auch von Mut, Überlebenswillen und Neubeginn.
Von den Weidener Brüdern Steiner, die nach der KZ-Haft des Vaters nach Palästina emigrierten, über den Münchner Uri Siegel, der aus der Emigration zurückkehrte, um sich als Rechtsanwalt für Wiedergutmachungen einzusetzen, bis hin zur Regensburgerin Ilse Oster, die nach New York auswanderte und unversöhnlich auf Deutschland blickte – 34 bayerisch-jüdische Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Anmeldung: KEB Cham, Tel. 09971/7138, info@keb-cham.de
Datum
20.01.2026
Beginn: 19:00
Ende: 21:00
ehemaliger BR-Journalist, Buchautor
Thomas Muggenthaler ist 1956 in Cham geboren und dort aufgewachsen. Nach seinem Studium der Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Regensburg war er bis zu seinem Ruhestand seit den 1980er Jahren für den Bayerischen Rundfunk tätig. In TV und Radio, in filmischen Arbeiten und durch Buchveröffentlichungen hat er wichtige Beiträge zur Aufarbeitung der NS-Zeit in Niederbayern und der Oberpfalz geleistet.
Die Wirkung seiner Arbeit reicht weit ins europäische und internationale Ausland. So hat er gezielt nach jüdischen Emigranten aus Bayern in Israel, den USA oder Buenos Aires, aber auch in Weiden oder Straubing gesucht, diese interviewt und ausführlich über ihre Schicksale berichtet; Thomas Muggenthalers Beiträge für eine zukunftsgewandte Erinnerungskultur. Dabei ist sein intensives Engagement für die Erinnerungsarbeit persönlicher und journalistischer Natur und durch großes Feingefühl und Professionalität ausgezeichnet.
