Termine und Veranstaltungen
Montag, 23. März 2026 – 19.00 Uhr
„Ziehen, wenn der Funke springt“
– Ein Jahrhundert zwischen Krieg, Familiengeheimnissen und mutigen Entscheidungen
Erinnerungen des Zeitzeugen Dr.Rudolf Ziesler
Referentin: Diana Binder
Autorin aus dem Landkreis Cham
Autorenlesung: „Ziehe, wenn der Funke springt“
Mit nur 16 Jahren wird Rudolf Ziesler aus einer behüteten Kindheit in Ränkam von der Schulbank weg als junger Soldat in den Zweiten Weltkrieg geschickt. Was folgt, ist eine Zeit voll prägender Erlebnisse und der bitteren Realität der Gefangenschaft in den Lagern der Alliierten. Doch statt zu verzweifeln, sucht Rudolf Ziesler immer wieder nach Chancen und nimmt sein Schicksal selbst in die Hand.
Nach seiner Rückkehr arbeitet er sich, getrieben von Disziplin, Bildungshunger und Mut vom einfachen Bauernsohn hoch bis zum promovierten Bankdirektor. Er gründet eine Familie, schafft sich ein angesehenes Leben und bleibt dabei stets seiner Heimat im Bayerischen Wald verbunden.
Zeitlebens begleitet ihn ein lange gehütetes Familiengeheimnis, das immer wieder Fragen aufwirft, auf die es keine Antworten mehr geben wird. Heute, im stolzen Alter von 97 Jahren, gehört Dr. Rudolf Ziesler zu den letzten lebenden Zeitzeugen einer Generation, deren Vertreter oft nicht über das Erlebte ihrer Jugendjahre gesprochen haben.
Zieslers Erinnerungen aber sind klar, detailreich – und ehrlich. In „Ziehen, wenn der Funke springt“ erzählt Autorin Diana Binder die Lebensgeschichte eines Mannes, dessen Schicksal so exemplarisch wie bewegend für eine ganze Generation steht. Dieses Buch ist mehr als nur eine Biografie: Es ist ein authentisches Zeitdokument, reich an Detail und überraschenden Enthüllungen.
Eine fesselnde Lektüre für alle, die Geschichte nicht nur lesen, sondern verstehen möchten.
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Geistliches Zentrum der Redemptoristen in Cham
Donnerstag, 13. Nov. 2025 – 19.00 Uhr
Der Fall Alois Brunner
Referent: Wilhelm Dietl, Journalist
„80 Jahre Kriegsende – Erinnerung und Auftrag“
Alois Brunner ist während des Zweiten Weltkriegs zu zweifelhaftem Ruhm gekommen. Als rechte Hand des Holocaust-Organisators Adolf Eichmann, war er an der Deportation und Ermordung von mehr al 120.000 Juden beteiligt..Während Eichmann von einem israelischen Geheimdienstkommando aus Argentinien nach Israel entführt wurde, wo man ihn erst vor Gericht und dann an den Strang brachte, konnte er sich bis zu seinem Tod 2009 jeder Festnahme entziehen. Bis 1954 hat er unter falschem Namen in Deutschland gelebt. Kurz vor seiner Enttarnung hat Brunner sich mit Hilfe von anderen nach Damaskus absetzen können, wo er dem Assad-Regime als Berater für Folter- und Verhörmethoden diente und vor dem Zugriff durch die Geheimdienste geschützt wurde.
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Geistliches Zentrum der Redemptoristen in Cham
Dienstag, 20. Jan. 2026 – 19.00 Uhr
Mit dem Leben davongekommen
Exil und Neuanfang. Bayerisch-jüdische Lebenswege
Referent: Thomas Muggenthaler
ehemaliger BR-Journalist, Buchautor
„80 Jahre Kriegsende – Erinnerung und Auftrag“
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 setzte die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ein. Aus der Gesellschaft gedrängt, stellte sich für viele die Frage: Wohin gehen und wie neu anfangen?
Der Journalist Thomas Muggenthaler spürt seit Mitte der 1980er Jahre bayerisch-jüdischen Schicksalen nach. Er führte Gespräche mit Emigranten in Israel, den USA und Argentinien, aber auch mit Shoah-Überlebenden, die nach ihrer Befreiung jüdisches Leben in Bayern wieder aufbauten. Facettenreich erzählen ihre Geschichten von den Schwierigkeiten der Emigration, von Verlusten, von Brüchen in der Biografie, aber auch von Mut, Überlebenswillen und Neubeginn.
Von den Weidener Brüdern Steiner, die nach der KZ-Haft des Vaters nach Palästina emigrierten, über den Münchner Uri Siegel, der aus der Emigration zurückkehrte, um sich als Rechtsanwalt für Wiedergutmachun-gen einzusetzen, bis hin zur Regensburgerin Ilse Oster, die nach New York auswanderte und unversöhnlich auf Deutschland blickte – 34 bayerisch-jüdische Lebenswege, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für Cham besonders interessant ist dabei der Lebensweg von Ernst Schwarz.
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Geistliches Zentrum der Redemptoristen in Cham
Dienstag, 21. Okt. 2025 – 19.00 Uhr
Hermanns Weltkrieg
Deutscher Offizier rettet österreichisches Bergdorf
Referent: Wolfgang Donner
„80 Jahre Kriegsende – Erinnerung und Auftrag“

Die letzten Kriegstage im April 1945 sind von einer gegenläufigen Dramatik und persönlichen Entscheidungen gekennzeichnet. Während fanatische Wehrmachtseinheiten noch gegen die heranrückenden allierten Truppen kämpfen, sehen andere die Sinnloskeit des Krieges ein und treffen die mutige Entscheidung zur Kapitulation und riskieren dabei ihr Leben.
Hermann Mix aus Wismar war 18 Jahre alt, als seine Jugend endete. Er wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Die Wehrmacht bildete ihn als berittenen Funker in einem Artillerie-Regiment aus. 1940 wurde er an die Front in Frankreich geschickt. Den totalen Krieg (über)lebte er 1941 und 1942 in Russland. Hermann Mix erfuhr bittere Kälte, erbitterte Kämpfe und dabei die Hölle von Rshew. 1943 folgte der Aufstieg zum Leutnant, Einsätze in Dänemark und der Ukraine, in den Vogesen die erste Konfrontation mit den Amerikanern.1945 zog sich seine Einheit nach Tirol zurück. Sein Entschluss stand fest: „Mein Krieg endet hier!“ So steht es in seinen Tagebüchern, die erstmals in vollem Umfang ausgewertet werden konnten. In der letzten Woche des Weltkriegs entließ Hermann Mix seine Soldaten, beseitigte ihre Waffen und rettete Oberperfuss an der Peripherie von Innsbruck vor dem Angriff der US-Armee. Ein deutscher Held.
Beginn: 19.00 Uhr
Ort: Geistliches Zentrum der Redemptoristen in Cham
Sonntag, 28. Sept. 2025 – 18.30 Uhr
Reden wir übers Sterben
Was ich auf dem Münchner Jakobsweg über Leben und Tod gelernt habe
Referentin: Petra Bartoli y Eckert
Sozialpädagogin, Drehbuchautorin
Autorengespräch zum 30jährigen Jubiläum des Hospizdienstes
30 Jahre ambulanter Hospizdienst der Caritas Cham

Tod und Sterben gehören zu den wenigen Tabuthemen unserer Gesellschaft. Als vor einigen Jahren Petra Bartoli y Eckerts Vater starb, hat auch sie das Thema Tod kalt erwischt. Ihr blieb nichts anderes übrig, als sich mit Endlichkeit und Abschiednehmen auseinanderzusetzen. Und sie beschloss: Wir müssen reden! Über das Sterben, über den Tod und unseren Umgang damit.
Sie hat sich dafür zu Fuß auf den Weg gemacht, von München bis St. Gallen, und ist mit Menschen ins Gespräch gekommen, die ihre ganz eigene Beziehung zum Sterben haben: mit einer Bestatterin, einem Sargmaler, dem Kabarettisten Gerhard Polt, mit einer Trauerrednerin, einem Freitodbegleiter und vielen mehr.
Am Ende ihres Weges stand fest: Reden über den Tod macht ihn nicht besser oder das Abschiednehmen leichter. Aber es nimmt die Angst, den Schrecken. Und es holt den Tod ins Leben – wo er ja auch hingehört.
Beginn: 18.30 Uhr
Ort: Geistliches Zentrum der Redemptoristen in Cham
Veranstalter: Hospizdienst der Caritas Cham, KEB Cham
freiwilliger Unkostenbeitrag erbeten
